Auszüge aus dem Buch Schach in Württemberg von Eberhard Herter. Das Buch ist auch mit freundlicher Genehmigung des Verlags und des Autors zum Download verfügbar.
Resultate 6 bis 6 von 14,
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Württembergische Meister bis 1945
Württembergische Meister bis 1945
Die Meister von Württemberg bis zum Ende des 2. Weltkriegs Kongress Ort Jahr Sieger Anmerkungen 1 . (?) Stuttgart 1 9 1 8 ? kein Einzelturnier (?) 2. (?) Stuttgart 1920 Elison und Heß kein Stichkampf ! 3. (?) Göppingen 1921 kein Einzelturnier 4. (?) Stuttgart 1922 W. Eiche Ulm 5. 1923 Eisack 6. Schwenningen 1924 Wiedemann 7. Stuttgart 1925 ? 8. Göppingen 1926 ? 9. Stuttgart 1927 ? 10. Ludwigsburg 1928 ? 11 . Stuttgart 1929 ? 12. Freudenstadt 1930 M. Seibold 13 Heilbronn 1931 Wiedemann 14. Schw. Gmünd 1932 Th. Schuster 15. Esslingen 1933 ? 16. Tübingen 1934 M.Seibold 17. Stuttgart 1935 Th. Schuster 18. Reutlingen 1926 ? (kein Einzelturnier beim Kongress) 19. Heilbronn 1937 Dr. P. Ludwig (3.) ( 1 . Engels, 2. Dr. Tröger außer Konkurrenz) 20. Schramberg 1938 Th. Heß 21 . Stuttgart 1939 Dr. Rahn 22. Stuttgart-Ost 1940 Dr. Rahn 23. Zuffenhausen 1941 Hans Schmid 24. Göppingen 1942 E. Strobel 25. Esslingen 1943 Th. Schuster In allen Fällen wurde bei Punktgleichheit im Turnier nur der Stichkampfsieger angegeben. Zu den angegebenen Daten liegen die Berichte in den Schachzei- tungen der damaligen Zeit dem Chronisten vor. Zu den Fragezeichen: Hier lie- gen z.T. widersprüchliche Angaben vor, die noch nachgeprüft werden müssen, vgl. den Abschnitt „Die Chronik der Turniere". Nach dem 6. Kongress 1924 werden in einem Bericht [66] als bisherige »Bun- desmeister« Heß (Ulm) sowie Eiche, Eisack, und Wiedemann (alle 1 879) ge- nannt; der o.g. Elison wird nicht erwähnt. 1925 werden Schopper ( 1879) und Seibold (Aalen) als Sieger und »Schwäbi- sche Meister« gemeldet. Parallel zu diesem Turnier fand aber ein Turnier auf süddeutscher Basis statt, an dem z.B. Eiche und Wiedemann sowie Krautheim (Stuttgart) teilnahmen. Es wurde vorgeschlagen, auch in der Folge solche süd- deutschen Turniere zu spielen, deren Berechtigte sich aus Turnieren der Lan- desverbände rekrutieren sollten [84]. Falls dies tatsächlich realisiert wurde, wäre dies evtl. eine Erklärung für die fehlenden Ergebnisse Württ. Meister- schaften. Für 1926 bis 1929 liegen nur Angaben aus Sekundär-Literatur vor, welche die Problematik mündlicher Überlieferung demonstrieren. Eine gewisse Wahr- scheinlichkeit ist folgenden Angaben beizumessen, welche noch direkt von 0. Kaufmann und R. Bacher stammen [5]: Meister von Württemberg 1926 und 1927 Th. Heß; »Schwäbische Meister« 1 926 K. Lutz und 1927 Klumpp (beide 1 879). Eine andere Version [79] nennt als Sieger: 1 927 Lutz, 1 928 Seibold, 1929 Klumpp. Eine glaubhafte Literaturstelle [82] nennt für 1933 als Sieger Böck (1 879) und Seibold vor Schuster, ohne Angaben über einen Stichkampf. Die Angabe » 1 . Sieg von Schuster 1933« [86] muß wohl 1932 heißen [87]. I m Olympiajahr 1936 wurde vom Großdeutschen Schachbund der Olympiavor- bereitung absolute Priorität zugeordnet, so dass in vielen Landesverbänden kei- ne Meisterschaften stattfanden. Da beim Kongress in Reutlingen 1936 kein Einzelturnier gespielt wurde [75], ist es fraglich, ob in diesem Jahr überhaupt eines stattfand. Im Anschluss an den von Meister Schlage abgehaltenen Olym- piakursus fand ein doppelrundiges Turnier der in Stuttgart und Umgebung wohnhaften schwäbischen Meister statt, in dem sich außer Seibold und Heß fast die ganze Elite traf. Dabei erwies sich Dr. Rahn aus Esslingen als der Spieler, der gegen Ende der dreißiger Jahre den Stuttgarter Spielern erfolgreich Paroli bieten konnte, so wie das gegen Ende der Eberhardsbauzeit der Aalener Seibold getan hatte. Der Endstand des Turniers: Dr. Rahn 7, Berner 6, Schuster 5 1/2, Dr. Ludwig 5, Lutz 4 1/2, Hans Schmid 2 [88]. Leider muss man feststellen, dass die württembergischen Spieler auf deutscher Ebene in der Regel nicht allzuviel ausrichten konnten. Deshalb wurde der 4.-5. Platz beim Deutschen Hauptturnier in Hamburg 1933, den der im Stutt- garter Verein gewachsene jüngste Teilnehmer Theo Schuster bei starker Beset- zung errang, damals stark beachtet [86]. In späteren Jahren, inzwischen Vor- kämpfer des SK Bad Canstatt, hat Schuster weitere gute Erfolge, so auch den Titel eines Deutschen Meisters, errungen. Er war einer der produktivsten deut- schen Schachschriftsteller, dessen Bücher und Schachspalten durch einen un- verwechselbaren, pointierten und humorvollen Stil gekennzeichnet sind. Mit Theo Schuster haben wir auf die Zeit nach dem 2. Weltkrieg übergeleitet. Ohne die im Dritten Reich gegebene finanzielle Unterstützung [2] waren in der Nachkriegszeit Kongresse wie z.B. 1939 mit über 320 Teilnehmern kaum durchführbar. Andererseits wollte man durch auf das ganze Jahr verteilte Mann- schaftskämpfe an Sonntagen in vielen spielstärkemäßig abgestuften Klassen mit Achtermannschaften noch viel mehr, ja fast alle Schachfreunde am Sportbetrieb beteiligen. Die heutige Gestaltung und saubere Trennung von Mannschafts- kämpfen, Einzelmeisterschaften, und Verbandstag ist durch die Satzung und Wettkampf- und Turnierordnung definiert und hat sich im Sinne der Breitenar- beit bewährt. Ohne die heutige Regelung in Zweifel ziehen zu wollen, weint der Chronist dennoch den früheren Kongressen, an denen sich alle wirklich aktiven Schachfreunde des Verbandes trafen, einige Tränen nach.
